Tilos Tour zum Hufschmiedemuseum

Um 9.30 Uhr trafen wir uns auf dem Kirchenparkplatz. Insgesamt waren wir 6 Personen mit 5 Motorrädern. Die Sonne schien und es war angenehm warm. Um 11.30 Uhr hatte uns Tilo im Hufschmiedemuseum angemeldet.  Er hatte auch eine schöne Strecke dorthin ausgesucht. Pünktlich kamen wir an und wurden auch schon erwartet. Ein Schmied zeigte uns seine Schmiedekunst und schmiedete ein kleines Hufeisen aus einem Bandstahl. Weil Ute gut zugesehen hatte, schenkte er es ihr. Es soll ihr Glück bringen. Nun etwas zur Geschichte des Schmiedemuseums.

Von 1889 – 1965 haben in Helstorf  die Schmiedemeister Wilhelm Frehrking sen. und sein Sohn Wilhelm Frehrking jun.  gelebt und gearbeitet. Oft hatten Vater und Sohn, wie in diesem Fall,  den selben Vornamen.
Das Tagesgeschehen wurde in den so genannten "Anschreibebüchern" (Geschäftsbücher bzw.  Kontenbücher) handschriftlich festgehalten. Kopien dieser  Bücher sind in der Schmiede erhältlich.
Sie waren in deutscher Schrift verfasst.  Nicht jeder kann diese Schrift heute noch lesen. Insgesamt sind 70 Tagebücher aus dieser  Zeit erhalten geblieben.
Diese Bücher wurden akribisch geführt. Es stehen da u.a. folgende Dinge drin: Für Paul (den Lehrling) 1 Mark an die Polizei gezahlt. Opa ist heute krank. Auch sind viele Pferdebesitzer namentlich verewigt worden, und vieles andere mehr.

Viel kann man auch über den Alltag in seiner Schmiede erfahren. Da die Schmiede offensichtlich, gerade in ihren Anfängen, nicht genügend Geld einbrachte, hat die Familie Frehrking  auch andere Dienstleistungen erbracht.  Da sie selber auch eine Landwirtschaft besaßen, konnten sie auch bei anderen Landwirten aushelfen und so ihr Haushaltsbudget aufbessern.

Nachdem wir die Schmiede ausgiebig besichtigt hatten, gingen wir in die nächste „Abteilung“ Hier sahen  wir aus jener Zeit jeweils eine volleingerichtete  Küche, eine Schusterwerkstatt sowie eine Malerwerkstatt.

In einer weiteren Scheune war auch landwirtschaftliches Gerät aller Art zu sehen.  Auch ein funktionierender Pferdegöpel war vorhanden. Tilo führte uns das mal vor. Er spielte also für uns Pferd und setzte den Göpel in Gang.

Wer das Schmiedemuseum noch nicht gesehen hat, sollte es sich doch einmal ansehen. Es lohnt sich wirklich.

Nach einer kleinen Stärkungspause, Ute verteilte traditionsgemäß wieder Kekse,  ging es weiter zur Wassermühle nach Laderholz. Sie soll auf das Jahr 1167 zurück gehen. Hier hatten wir das Glück, dass die Mühle für ein Mühlenfest einen Probelauf mit Kornmahlen absolvieren musste.  Das war natürlich sehr spannend. Eine arbeitende Mühle zu sehen ist eine sehr seltene Sache.
Danach  ging es weiter nach Rethen/Aller. Hier gab es Pommes mit Majo, Bratwurst, Currywurst, Getränke usw.  Von hier aus ging es dann langsam nach Hause.  Auf halber Strecke bekam ich Schaltschwierigkeiten mit meiner Guzzi. Eine Klemme war von der Schaltung gerutscht. Tilo  ist ein ausgezeichneter Schrauber.  Binnen kurzer Zeit hatte er den Schaden behoben. Nun überlege ich, ob ich bei meinen Ausfahrten Tilo nicht immer mitnehmen sollte.....

Abschließend geschrieben war es eine sehr schöne und lehrreiche Tour.  Tilo sei bedankt.